Montag, 28. april 2008

Samstag und Sonntag verbrachten wir zu fünft - was von der intern-Gruppe übrig geblieben ist - in Gyeongju. Diese mittelgrosse Stadt befindet sich im Südwesten von Korea, mit dem Bus ca. 4 Stunden von Seoul entfernt. Bekannt ist sie als "museum without walls"; an keinem anderen Ort in Korea sind so viele Relikte aus dem einstigen Shilla-Reich zu finden. Das markanteste sind aber wohl die Teletubbie-ähnlichen Grabhügel, die man teilweise begehen kann (das heisst - reingehen, nicht hinaufklettern, was wir nach dem furiosen Geschrei zweier empörten ajumas auch begriffen hatten... die dummen Touristen!) Am Samstag haben wir zunächst eine Wanderung zu einem Grotto gemacht, die wieder einmal steil den Berg hinaufführte. Oben angekommen genossen wir eine herrliche Aussicht, wobei im Dunst auch schwach das Meer zu sehen war. Da in einer Woche Bhuddas Geburtstag ist, war der ganze Weg zum Grotto mit farbigen Laternen geschmückt...

































Zu fünft war es natürlich eine etwas träge Sache, dafür mit einigen lustigen Intermezzos.
Wir konnten beispielsweise Jan, unser holländisches Nesthäckchen, dazu bewegen, beondaegi (gekochte Seidenwurmlarven) zu probieren (kriegt und riecht man beinahe an jeder Strassenecke).
 Mir dreht es schon beim Geruch jeweils schon beinahe den Magen um. Die Aktion weckte auch den Ergeiz von Mette, die darauf meine Cola hinunterstürzte... ; )
Auch das Schlafen war ein Erlebnis. Die koreanischen Gesellschaftsstrukturen erlauben unverheiraten Päärchen kaum Privatsphäre, weil beide meistens noch zu Hause wohnen. Also gibt es im ganzen Land in jedem Kaff so genannte Yeogwans - Lovemotels. Meistens verrät der Name schon, was Sache ist. Spätestens dann aber, wenn die Einfahrt für die Autos diskret im Hinterhof,
die Eingangstür verdunkelt ist und ein paar Lichtlein auch am hellichten Tag blinken, so handelt es sich ziemlich sicher um ein solches Päärchenhotel. Das angenehme daran ist, dass sie nicht nur unglaublich günstig, sondern auch luxuriös und sauber sind (das Kondom auf dem Nachtisch ist sogar noch als Geschenk verpackt). Klar, der Typ an der Reception hat schon ein bisschen komisch aus der Wäsche gekuckt, als wir Mädchen zusammmen ein Dreierzimmer wollten und sich die beiden Jungs für ein Doppelbett entschieden ; ) Aber der Flatscreen und das Jacuzzi waren das mehr als wert. (Oben übrigens Wunschtafeln, die Besucher jeweils bei Tempeln zurücklassen - die erste Schweizerin, die mir begegnet ist)
Tatsächlich waren wir so k.o. dass wir bereits um 10 im Bett waren und schliefen.
Am Sonntag dauerte es zunächst einmal ewig, bis die Koffeinsüchtigen in der Provinz einen trinkbaren Kaffee gefunden hatten - Es lebe Ronald McDonald - und der McMuffinburger dazu ; ) Wir schauten uns danach noch ein paar Teletubbiehügel und ein paar Palastrelikte an, die immer in sehr schönen Gartenanlagen gelegen sind. Zudem stiessen wir auf ein wunderschönes Rapsfeld,wo Koreaner mit ihren hightech-Fotoausrüstungen aufwarteten.
Wir genossen schliesslich - müde wie wir waren - noch ein bisschen das schöne Wetter, in dem wir uns zwischen  
den Teletubbie-Hügeln niederliessen, Soju tranken und uns gegenseitig mit dummen Logikspielchen in den Wahnsinn trieben... Die Rechung bezahlte ich allerdings heute, in dem ich sehnsüchtig darauf wartete, das Büro wieder verlassen zu dürfen (ich benötigte doch beinahe 3 Stunden, um einen 14-seitigen Text zu überarbeiten...) Darum ist jetzt auch bereits Schlafen angesagt, es ist ja erst Montag! 
Hier unten noch zwei Dinge, die mir während der letzten Woche aufgefallen sind: Zum einen:
bitte nicht braun werden - das andere,  ohne Worte ; )

 

 

von Nina
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