Meine Tage in Seoul sind langsam aber
sicher gezählt. Und ich würde sagen, dass ich von den "must-sees" ziemlich alles gesehen habe. Vor zwei Wochen gibt es hier in
Seoul auch ein Hardrock-Cafe. Nicht das ich unglaublich begeistert wäre von der "amerikanischen" Küche, aber der Salat - mit sogar fast italienischem Dressing - war eine angenehme Abwechslung.
Und die Drinks, ja die waren auch nicht zu verschmähen.
Meine Schwedische Wanderkollegin ( Angela, links; ich traf sie letztes Wochenende auf dem Seouler Hausberg und wir hatten einen riesen
Spass, die Koreaner mit "Swiss und Swedish" zu verwirren, man sah ihnen z.T. genau an, dass sie den Unterschied nicht kennen) brachte noch ein hawaiianisches Päärchen mit (in their 50ties). Der
Abend wurde mit gratis-Champagner und Elektrostringshow (koreanischer Verschnitt von Vanessa Mae) noch besser. Klar musste gestern zuerst so weit wie möglich ausgeschlafen werden.
Nur war zu meinem Pech wieder mal das verwöhnte Grosskind zu Besuch - und das schlimmste ist, wenn die Oma sie duschen will - ein riesen
Geschrei - und das neben meinem Ohr. Naja, nach einem gemütlichen Shoppingnachmittag konnte ich mich abends nicht einmal mehr aufraffen, mich der "dutch party delegation" (Eigenaussage)
anzuschliessen. Dafür war ich heute zeitig schon unterwegs nach Suwon, einer 1-Mio Stadt im Süden von Seoul. Sie ist bekannt für die erstaunlich gut erhaltenen Überreste ihrer Festungsmauer. Ich
brauchte über zweiStunden, um die Festung zu umwandern. Sie ist mittlerweile in eine pulsierende Stadt integriert und dennoch wähnt man sich in die Zeit der Schlamm- und Grabenkämpfe zurück.
Dabei kam ich auch an einem Tempel vorbei, der für den morgigen Geburtstags Buddhas wunderschön geschmückt war.
Für das "Korea Folk Village", das traditionelle Lebensweisen der letzten zwei Jahrhunderte zeigt, blieb mir allerdings keine Zeit
mehr. War etwas lazy unterwegs und nun weiss ich auch, weshalb.
Ich hab mir einen ziemlichen Sonnenbrand geholt...ich weiss nicht, wann ich mir das letze Mal Arme und Schultern verbrannt habe...
Aber alles was rot ist, wird mal braun (ich weiss, schlechte Ausrede...) Naja, jedenfalls fühl ich mich ein bisschen dizzy und krieche schon bald wieder unter die Decke - schliesslich
muss ich von der momentanen Ruhe profitieren. Morgen werd ich voraussichtlich noch einmal wandern gehen - ich werd noch zum Naturfritzen hier! Besonders gut tut aber der Saunabesuch
nachher. Die nächste Woche dürfte anbetrachts der Ereignisse rund um Nordkorea ziemlich turbulent werden - genau das Richtige also!Ich hoffe ihr geniesst
das schöne Wetter ebenso.
Ganz oben ein Restaurant in meiner Nachbarschaft - so sexy ist das "pig" am Spiess
kaum mehr. Und sie da unten hatte heute Abend bestimmt keinen Sonnenbrand...
1. You no longer stop at the stop sign and you never yield the right-of-way.
2. You can pick up a single strand of wet noodles with circular metal chopsticks.
3. You enjoy slurping your noodles as loudly as you can.
4. Your back is sore from bowing.
5. You can walk down the street holding hands with your buddy.
6. You can eat barefoot in a restaurant with a foot in your lap.
7. You don't get distracted in the men's room when you're standing there doing your business and the cleaning lady
bumps into your feet with her mop as she cleans around you.
8. You can cut in at the front of the line of waiting people with the best of them.
9. You can fall asleep on the city bus and wake up at your stop.
10. You can make a left turn looking only to the right.
11. You look forward to Chusok and the Lunar New Year each year.
12. You think that Korea's greatest natural resource is good looking young women.
13. You lock your door only if there's a rumor of a "weigogin" around.
14. You respond, "No, I'm in a hurry" when someone asks if you want to go by car.
15. You wear white socks with a dark suit.
16. You know that the little blue truck on fire at the side of the road sells some delicious chicken.
17. You bow at inanimate objects.
18. You walk around humming the tune the crosswalk signal plays.
19. You walk around humming the tune the transfer subway stations signal plays.
20. Your eyes are automatically drawn towards any person whose hair isn't black.
21. You answer the phone by saying "yoboseyo".
22. You suck in air through your teeth before saying "no" to anything. (haha! so true!)
23. You start growling and spitting inside your mouth to add emphasis to what you are about to say.
24. You always wave your hand to signal you are going to cut in front of another driver without looking first.
25. You select shoes based upon how easily you can get them on and off.
26. You answer "neh" even to non-Korean friends speaking English to you.
... bekam dies per Mail von meinem Vorgänger! Ganz soo schlimm müsst ihr mich nicht zurück erwarten : ) Ansonsten: bitte sofort anmerken : )
Und: besonders punkt 12 in der "female version" - nein danke!!! Ich find die nicht so cutyyyyy - (vielleicht könnte man noch anfügen, wenn man an jedes englische Wort ein
yyyyy anfügt - fish --> fishyyyyy.) Aber let's stop here... to be continued. Annyonghygaeseyo ähhhh tschüssi...
Ja, es ist nicht einfach als Vegetarier hier in Korea. Vor allem stösst es hier noch weniger auf Verständnis, das Beste an der ganzen Mahlzeit
zu verschmähen: der Grund in ein Bulgogirestaurant zu gehen, Hunde zu schlachten oder Schneckenhäuschen auszusaugen... So bleibt mit meist nur die Auswahl zwischen Bibimbab und Bibimbab. Und
ach ja, bibimbab ; ) "Sorry, I'm vegetarian." "Ah, ok, but what about ham?" (Schinken also kein Fleisch in Korea? Ahhh sieht ja auch nicht so aus, diese Scheiben, kann ja nicht so am
Tier wachsen...) Aber anyway. Zumindest meine ajuma habe ich nun so weit, dass sie mir immer gleich das Tofu hinschiebt.
Das Thema Fleisch scheint zur Zeit jedoch die ganze Nation zu bewegen. Einerseits herrscht von Regierungsseite eine seltsame Stille, was das einstige hot topic "Vogelgrippe"
anbelangt. Obwohl zumindest die englische Presse seit 3 Wochen über neue Ausbrüche und die Ausweitung des Virus' berichtet, bleibt die Webpage des zuständigen Ministeriums
merkwürdig ausser "update". Klar, vielleicht ist sie es in der koreanischen Version. Aber dennoch; noch bleibt ein offizielles statment aus. Gemäss heutigen Berichten
soll das Virus die suburb von Seoul erreicht haben. Und keiner rührt sich.
Auf der anderen Seite protestiert Korea. Es will kein amerikanisches Rindfleisch essen. Der neue Präsident hat nach einer langwierigen Verhandlungsphase (seit Mai 2007!) rund
um das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten endlich eingerenkt,ab mitte Jahr Rindfleisch aus den USA auf dem koreanischen Markt zuzulassen. SKANDAL! Schliesslich sind in den
letzten 5 Jahren ganze 2 Fälle von BSE in den USA aufgetaucht. Die ganze Hysterie, die bereits öffentliche Proteste nach sich gezogen hat, ist auch mit vegetarischem Verstand nur schwer
nachvollziehbar. Schliesslich ist die USA selbst für paranoide Kontrollen bekannt - und hat für die Koreaner mehrfach die Unbedenklichkeit des Fleischgenusses abklären lassen. Da kommt ein
zweifacher Verdacht auf: wie war das noch mal mit dem Protektionismus für der eigenen Landwirtschaft? Und ach ja, es hat sich in der Geschichte der jungen Demokratie schon mehrmals wiederholt:
zuerst einen Präsidenten überdeutlich wählen, dann ihm aber innerhalb kurzer Zeit kräftig gegen das Schienbein treten, dass er nur ja nicht übermütig wird (bereits der vorhergehende Präsident war
bald nach seinem Amtsantritt mit einem impeachment-Verfahren konfrontiert worden). Tatsächlich ist es aber nicht ratsam, mit dieser Ansicht an einen Koreaner heranzutreten - erst recht nicht mit
"aber findest Du das nicht etwas übertrieben..." Tatsächlich ist dieses Thema sensibel mit Bedenken um die Gesundheit verbunden, vielleicht so wie wir das mal mit den Mobilfunkantennen waren -
die Hysterie war auch schon schlimmer, nicht war? Also - lieber diplomatisch schweigen.
Ja und dann - die Cervelatkrise. Es tut mir aufrichtig leid für alle patriotischen Grillmeister. Aber als ich heute diesen Artikel "Cervelat in Gefahr" entdeckte, musste ich doch ein paar
Mal den Kopf schütteln. Ich dachte, das Thema sei im Kopf-Tuch-Skandal und Drama Widmer-Schlumpf untergegangen. Aber nicht in der Zeitschrift für Auslandschweizer - schliesslich geht
es um nationale Fundamente. Aber: Taskforce Cervelat? Standardgrösse? Die Wurst lässt sich mit Därmen aus Uruguay schlechter schälen? (ist man die nicht mit Haut?) Suche nach
Notlösungen? Und man stelle sich vor: die EM, oder geschweige den ersten August ohne Cervelat! Bitte? Staatskrise? Man kann ja lange die Koreaner belächeln, aber das scheint mir doch auch
eher fragwürdig. Sogar ein Deutscher Kollege fand es die Mühe wert, mir zum "Aussterben der Nationalwurst" zu kondolieren... Jaja, ich weiss, ich kann ja nicht mitreden. Aber kann man nicht
vielleicht die St. Galler Bratwurst zur neuen Nationalwurst machen?
Puh nach so viel Fleisch hab ich nun echt Lust auf ein bisschen Schokolade: Kein BSE. Keine "avian flu". Und schmeckt auch ohne brasilianischen Rinderdarm.
Nein, ich hab mich nicht für einen spontanen Segeltörn entschieden, der erste Mai ist in Korea nämlich sowieso kein Feiertag. Dafür der 5.
(Tag des Kindes); also doch noch ein langes Wochenende.
Nach einem relativ anstrengenden Tag entschloss ich mich gestern, mal wieder einen faulen Abend einzuschalten, mit der Waschmaschine versteht sich (das ist ein anderes Kapitel - ein Wunder
dass sie mir erst zwei T-Shirts ruiniert hat) Das Wasser war plötzlich da, und ich möchte nicht wissen, wie lange schon, es war nämlich schon ziemlich viel. Als ich das Bett zur Seite rückte sah
ich, dass mein ganzer Plunder unter dem Bett schon durchnässt war und in der Brühe schwamm. Es roch nach Seifenlauge. Die ajuma schaute mich entsetzt an, als wäre das meine Schuld. Papa Lee,
seinem Atem an mal wieder von einer Soju-Runde zurück, musste sich dann auf ihren Befehl mit den Gummihandschuhen und Lappen auf den Boden knien und das Wasser abschöpfen. Jaja, zu Hause hat die
Frau das Sagen (wenn auch sonst nicht viel) Meine sehr labile Kleiderstange landete vorerst in der Küche, allerdings fühlte sich da nicht sehr wohl. Meine Anzüge und (gebügelten!) Blusen lagen
bald auf dem Boden verstreut, ebenso wie meine ca. 10 paar Schuhe... Ich hatte nun ziemliche Mühe, die in Asien - und besonders in Korea - geforderte Contenance zu wahren. Immer mehr Leute
standen in der Wohnung, in meinem Zimmer, gestikulierten, telefonierten und schoben mich von links nach rechts. Wie immer war natürlich die Sprache ein riesiges Problem. Zum Glück war noch eine
Kollegin zu Hause, die mir dann erklärte, dass wohl die Wasserleitung, die unter meinem Zimmer verläuft, gebrochen sei. Und heute komme bestimmt niemand mehr. Aber morgen. Ja, hoffen wirs.
Als sich die ganze Aufregung etwas gelegt hatte musste ich dennoch raus, es fiel mir zu schwer, mich zu beherrschen. Das konfuzianische
Verständnis von "alt" hat immer recht, weil "jung" keine Ahnung ging mir ziemlich auf die Nerven. Trotz Wasserrohrbruch weiss ich noch immer, wie man Wäsche aufhängt, wo ich meine Schuhe
hinstellen und dass ich meine Klamotten nicht in der Küche stehen lassen will, weil ich sonst am nächsten Morgen mit einer Kimchi-Fahne die Arbeitskollegen belästige.letzte Nacht verbrachte ich
im Bett der ajuma; die arme musste die Nacht neben dem Soju-Gatten verbringen. Mein Zimmer sieht aus wie eine Baustelle: der Bodenbelag ist teilweise weg, gleichzeitig ist natürlich mein ganzer
Kram noch drin... Heute morgen bin ich sogar früher aufgestanden als nötig. Bloss raus und hoffen, dass die Leitung bis heute Abend wieder im Stande ist... Daumendrückend zu Hause angekommen
scheint die Welt wieder in Ordnung: kein Wasser mehr in Sicht. Und ich hab sogar eine neue Kleiderstange gekriegt, nachdem sie gestern in der Küche das Zeitliche gesegnet hatte. Kamsahamnida!!! :
)
Samstag und Sonntag verbrachten wir zu fünft - was von der intern-Gruppe übrig geblieben ist - in Gyeongju. Diese mittelgrosse Stadt
befindet sich im Südwesten von Korea, mit dem Bus ca. 4 Stunden von Seoul entfernt. Bekannt ist sie als "museum without walls"; an keinem anderen Ort in Korea sind so viele Relikte aus dem
einstigen Shilla-Reich zu finden. Das markanteste sind aber wohl die Teletubbie-ähnlichen Grabhügel, die man teilweise begehen kann (das heisst - reingehen, nicht hinaufklettern, was wir nach
dem furiosen Geschrei zweier empörten ajumas auch begriffen hatten... die dummen Touristen!) Am Samstag haben wir zunächst eine Wanderung zu einem Grotto gemacht, die wieder einmal steil den Berg
hinaufführte. Oben angekommen genossen wir eine herrliche Aussicht, wobei im Dunst auch schwach das Meer zu sehen war. Da in einer Woche Bhuddas Geburtstag ist, war der ganze Weg zum
Grotto mit farbigen Laternen geschmückt...
Zu fünft war es natürlich eine etwas träge Sache, dafür mit einigen lustigen Intermezzos.
Wir konnten beispielsweise Jan, unser holländisches Nesthäckchen, dazu bewegen, beondaegi (gekochte Seidenwurmlarven) zu probieren (kriegt
und riecht man beinahe an jeder Strassenecke).
Mir dreht es schon beim Geruch
jeweils schon beinahe den Magen um. Die Aktion weckte auch den Ergeiz von Mette, die darauf meine Cola hinunterstürzte... ; )
Auch das Schlafen war ein Erlebnis. Die koreanischen Gesellschaftsstrukturen erlauben unverheiraten Päärchen kaum Privatsphäre, weil beide meistens noch zu Hause wohnen. Also gibt es im ganzen Land
in jedem Kaff so genannte Yeogwans - Lovemotels. Meistens verrät der Name schon, was Sache ist. Spätestens dann aber, wenn die Einfahrt für die Autos diskret im Hinterhof,
die Eingangstür verdunkelt ist und ein paar Lichtlein auch am hellichten Tag blinken, so handelt es sich ziemlich
sicher um ein solches Päärchenhotel. Das angenehme daran ist, dass sie nicht nur unglaublich günstig, sondern auch luxuriös und sauber sind (das Kondom auf dem Nachtisch ist sogar noch als
Geschenk verpackt). Klar, der Typ an der Reception hat schon ein bisschen komisch aus der Wäsche gekuckt, als wir Mädchen zusammmen ein Dreierzimmer wollten und sich die beiden Jungs für ein
Doppelbett entschieden ; ) Aber der Flatscreen und das Jacuzzi waren das mehr als wert. (Oben übrigens Wunschtafeln, die Besucher jeweils bei Tempeln zurücklassen - die erste Schweizerin, die mir
begegnet ist)
Tatsächlich waren wir so k.o. dass wir bereits um 10 im Bett waren und schliefen.
Am Sonntag dauerte es zunächst einmal ewig, bis die Koffeinsüchtigen in der Provinz einen trinkbaren Kaffee gefunden hatten - Es lebe Ronald McDonald - und der McMuffinburger dazu ; ) Wir schauten
uns danach noch ein paar Teletubbiehügel und ein paar Palastrelikte an, die immer in sehr
schönen Gartenanlagen gelegen sind. Zudem stiessen wir auf ein wunderschönes Rapsfeld,wo
Koreaner mit ihren hightech-Fotoausrüstungen aufwarteten.
Wir genossen schliesslich - müde wie wir waren - noch ein bisschen das schöne Wetter, in dem wir uns zwischen
den Teletubbie-Hügeln niederliessen, Soju tranken und uns gegenseitig mit dummen Logikspielchen in den Wahnsinn trieben... Die
Rechung bezahlte ich allerdings heute, in dem ich sehnsüchtig darauf wartete, das Büro wieder verlassen zu dürfen (ich benötigte doch beinahe 3 Stunden, um einen 14-seitigen Text zu
überarbeiten...) Darum ist jetzt auch bereits Schlafen angesagt, es ist ja erst Montag!
Hier unten noch zwei Dinge, die mir während der letzten Woche aufgefallen sind: Zum einen:
bitte nicht braun werden - das andere, ohne Worte ; )
Tausend Dank für das Päckli!!Man hat ihm die lange Reise wahrlich angesehen, ziemlich lädiert war das gelbe "SwissPost-Päckli". Auch wenn die
Schoggi ein bisschen weich geworden ist - sie schmeckt noch besser als zu Hause! ; ) Schon ist nur noch eine Schachtel übrig - zwar sind ja offiziell alle auf Diät, aber in der Botschaft
soll es scheinbar Mäuse haben : ) Dankedankedanke!!!
Gestern war ich noch mit ein paar Kollegen unterwegs und wir kamen zufällig an den schon ausgestellten Laternen fur Bhuddas Birthday vorbei. Wunderschön, ich freu mich schon auf die Parade am 11.
Mai.